Lunch & Learn – Impulse & Austausch für moderne Führung | Digitale Mittagspause

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Fehlzeiten souverän führen: Wenn Mitarbeitende krank sind, ist die Führungskraft gefragt

Montag. Zwei Krankmeldungen auf dem Tisch. Das Team schaut dich an. Die Arbeit wird verteilt. Wieder. Zum dritten Mal in zwei Wochen. Irgendwann kippt die Stimmung – nicht laut, sondern leise. Wer dauerhaft einspringt, fühlt sich irgendwann nicht mehr solidarisch, sondern ausgenutzt.

Genau hier beginnt eine der unterschätztesten Aufgaben moderner Führung: Fehlzeiten souverän führen. Am 19. Juni 2026 nehmen wir uns im Lunch & Learn 45 Minuten Zeit, um genau über diese Realität zu sprechen – kompakt, praxisnah und auf Augenhöhe.

Beschäftigte waren 2025 im Schnitt 19,5 Tage krankgeschrieben. Der Krankenstand liegt bei 5,4 Prozent – deutlich über dem Vor-Corona-Niveau. Das ist kein Ausnahmezustand mehr. Das ist Alltag in deutschen Unternehmen.

Fehlzeiten sind kein Randthema mehr

Trotzdem tun viele so, als wären Fehlzeiten ein Problem, das HR löst. Oder der Betriebsarzt. Oder sich irgendwie von alleine erledigt. Die Wahrheit ist eine andere: Fehlzeiten sind ein Führungsthema. Nicht, weil Führungskräfte Krankheit verhindern könnten – sondern weil sie maßgeblich beeinflussen, wie damit umgegangen wird.

Und mitten drin: du als Führungskraft. Mit der Frage, wie du dein Team zusammenhältst, ohne die Einzelnen zu überlasten. Mit dem Wissen, dass Klarheit nötig ist – und der Erfahrung, dass Klarheit manchmal Reaktionen auslöst, die alles komplizierter machen.

Die unsichtbare Belastung hinter den Zahlen

Die häufigste Ursache für Krankmeldungen sind Atemwegsinfekte. Logisch. Doch die längste durchschnittliche Ausfalldauer haben psychische Erkrankungen – mit im Schnitt mehr als fünf Wochen pro Fall. Die Fehltage wegen psychischer Diagnosen sind 2025 erneut gestiegen: um fast 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Genau hier wird es für Führungskräfte kompliziert. Denn psychische Belastung zeigt sich selten auf einen Schlag. Sie baut sich auf. Leise. Über Wochen und Monate. Überlastung, Konflikte, fehlende Wertschätzung, unklare Erwartungen – all das sind keine medizinischen Diagnosen. Aber es sind Faktoren, die in jeder Organisation wirken. Und die sehr wohl etwas mit Führung zu tun haben.

Bindung wirkt – auch auf den Krankenstand

Der Gallup Engagement Index Deutschland 2025 zeigt: Nur 10 Prozent der Beschäftigten fühlen sich emotional stark an ihren Arbeitgeber gebunden. 77 Prozent? Geringe Bindung. Und das hat Folgen: Beschäftigte mit hoher emotionaler Bindung fehlen 41 Prozent weniger als Mitarbeitende ohne Bindung.

Der entscheidende Hebel ist Führung. Nicht als Kontrollinstanz. Sondern als jemand, der Orientierung gibt, Wertschätzung zeigt und verlässlich kommuniziert. Klingt einfach. Ist es im Alltag oft nicht.

Wenn nach dem Gespräch die Krankmeldung kommt

Du sprichst ein schwieriges Thema an. Klar, sachlich, respektvoll. Am nächsten Tag: Krankmeldung. Und dann? Beim nächsten Mal lieber nichts sagen? Genau hier stecken viele Führungskräfte fest – zwischen dem Wissen, dass Klarheit nötig ist, und der Erfahrung, dass sie manchmal Reaktionen auslöst, die alles komplizierter machen.

Eine einfache Antwort gibt es nicht. Arbeitsrecht, Empathie, Teamdynamik und Leistungsdruck treffen hier gleichzeitig aufeinander.

Rückkehr nach Krankheit – und dann?

Sechs Wochen krank. Dann der erste Tag zurück. Was erwartet die Person? Ein kurzes Nicken? Ein strukturiertes Gespräch? Oder das Gefühl, ab jetzt unter Beobachtung zu stehen? Rückkehrgespräche gelten als einer der wichtigsten Hebel im Umgang mit Fehlzeiten. Aber wie sie geführt werden, macht den Unterschied zwischen Vertrauen und Verunsicherung.

Führungskräfte stehen vor einer echten Gratwanderung: zwischen Fürsorge und betrieblichem Interesse, zwischen Nähe und professioneller Distanz, zwischen dem, was man fragen darf – und dem, was man besser lässt. Spätestens nach sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit innerhalb eines Jahres greift zudem die BEM-Pflicht nach § 167 Abs. 2 SGB IX.

Überlastung ist kein Resilienzproblem

Jemand fällt aus. Die Arbeit bleibt. Sie verteilt sich auf die anderen. Das funktioniert einmal. Zweimal. Vielleicht dreimal. Aber irgendwann kippt es. Nicht dramatisch, sondern schleichend. Weniger Sorgfalt, kürzere Geduld, leiser Rückzug. Und dann fehlt der Nächste.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin beschreibt psychische Belastung ausdrücklich als Folge von Anforderungen und Bedingungen der Arbeit. Das heißt: Es geht nicht darum, dass Menschen belastbarer werden müssen. Sondern darum, wie Arbeit organisiert und priorisiert wird. Und genau das ist Führung.

Was bedeutet souverän führen?

Fehlzeiten lassen sich nicht verhindern. Aber die Art, wie wir als Führungskräfte damit umgehen, macht einen enormen Unterschied – für das Team, für die betroffene Person und für die eigene Haltung.

Souverän führen heißt: nicht wegschauen, aber auch nicht überreagieren. Klar kommunizieren, ohne zu verletzen. Verantwortung übernehmen, ohne alles allein lösen zu müssen. Das klingt selbstverständlich. Ist es im Alltag selten.

Lunch & Learn am 19. Juni 2026

Termin: 19. Juni 2026, 12:00 Uhr

Dauer: 45 Minuten

Format: Online-Event – kompakt, praxisnah, auf Augenhöhe

Inhalt: Kurzer Impuls, ehrlicher Austausch und kollegiale Perspektiven rund um das Thema Fehlzeiten in der Führung

In dieser Mittagspause schauen wir gemeinsam darauf, was hinter den Zahlen steckt. Wir sprechen über Rückkehrgespräche, über die Verteilung von Mehrbelastung, über den Spagat zwischen Fürsorge und Klarheit. Und darüber, wie sich Souveränität im Umgang mit Fehlzeiten entwickeln lässt – ohne Patentrezepte, aber mit konkreten Ansatzpunkten.

Fazit

Fehlzeiten sind keine Statistik. Sie sind Führungsalltag. Wer als Führungskraft souverän mit ihnen umgehen will, braucht mehr als Vertretungspläne und Prozesswissen – nämlich Haltung, Klarheit und einen ehrlichen Blick auf das eigene Team. Genau dafür ist das Lunch & Learn am 19. Juni 2026 da: 45 Minuten, die deinen Blick auf Fehlzeiten verändern können.

❓ Häufig gestellte Fragen

Für wen ist das Lunch & Learn am 19. Juni 2026 gedacht?

Das Online-Event richtet sich an Führungskräfte, Teamleitungen und HR-Verantwortliche, die im Alltag mit Fehlzeiten konfrontiert sind und ihre Souveränität im Umgang damit weiterentwickeln möchten. Vorerfahrung ist nicht nötig – nur Interesse am ehrlichen Austausch.

Wie lange dauert das Online-Event?

Genau 45 Minuten – passend zur Mittagspause. Das Format kombiniert einen kurzen, fokussierten Impuls mit Raum für Austausch und kollegiale Perspektiven. Kompakt, ohne Zeit zu verlieren.

Warum sind Fehlzeiten ein Führungsthema und nicht „nur“ HR?

Weil Führungskräfte unmittelbar Einfluss darauf haben, wie mit Belastung, Bindung und Wiedereingliederung umgegangen wird. Studien zeigen, dass Beschäftigte mit hoher emotionaler Bindung 41 Prozent weniger Fehltage haben – und Bindung entsteht im direkten Kontakt zur Führungskraft, nicht in der Personalabteilung.

Was ist ein Rückkehrgespräch und was unterscheidet es vom BEM?

Ein Rückkehrgespräch ist ein freiwilliges, vertrauliches Gespräch zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden nach einer Krankheitsphase. Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) ist dagegen gesetzlich vorgeschrieben, sobald Beschäftigte innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen arbeitsunfähig waren (§ 167 Abs. 2 SGB IX). Beide Formate verfolgen unterschiedliche Ziele und brauchen unterschiedliche Haltungen.

Was nehme ich konkret aus dem Lunch & Learn mit?

Einen klaren Blick auf die Zusammenhänge zwischen Führung und Fehlzeiten, konkrete Anregungen für den eigenen Führungsalltag und den Austausch mit anderen Führungskräften, die ähnliche Situationen kennen. Keine Patentrezepte – aber praxistaugliche Perspektiven.

Sichere dir jetzt deinen Platz beim Lunch & Learn am 19. Juni 2026 um 12:00 Uhr und gestalte den Umgang mit Fehlzeiten in deinem Team souveräner. 45 Minuten, die einen Unterschied machen.